Angebote im Überblick

Fortbildung, Lehre, Beratung und Training — für mehrsprachige Bildungs- und Arbeitswelten.

Vier Leistungsstränge, ein gemeinsamer Kern: Menschen und Teams handlungsfähig machen, wo Sprache, Herkunft und Institution aufeinandertreffen. Jedes Format wird an den tatsächlichen Bedarf angepasst — und stützt sich auf den aktuellen Forschungsstand.

A
Kita-Teamfortbildung

Handlungssicherheit im mehrsprachigen Kita-Alltag

Eine kompakte Inhouse-Fortbildung für das gesamte pädagogische Team, für die wiederkehrenden Situationen, in denen Mehrsprachigkeit im Alltag Unsicherheit erzeugt: Tür- und Angelgespräche, Eingewöhnung, Elterngespräche, Sprachmischung, Sorgen von Eltern und Kolleg*innen. Ziel ist Handlungssicherheit im Team — fachlich begründet, im Alltag anwendbar und ohne extra Zeitaufwand.

Was Sie gewinnen — und was davon bleibt

Im Vordergrund steht der Kompetenzzugewinn: Ihr Team gewinnt Handlungssicherheit in den wiederkehrenden Situationen und zieht dabei einen gemeinsamen Strang. Festgehalten wird das in einer schriftlichen Teamvereinbarung — dem Begleitprodukt, das die gewonnene Sicherheit greifbar hält: ein Dokument von zwei bis drei Seiten mit vier bis sechs Vereinbarungen für Ihre echten Situationen, im Wortlaut Ihres Teams. Kein Foliensatz, keine Link-Sammlung.

Meine Aufgabe ist es, fachliche Impulse zu geben und die Entscheidungsfindung zu unterstützen: Ich moderiere, gebe Input und unterstütze — entschieden wird im Team, damit sich alle mit dem Ergebnis identifizieren können. Die Vereinbarung kommt binnen einer Woche gesetzt zurück, in dem Wortlaut, den Ihr Team beschlossen hat. Sie trägt den Namen Ihrer Einrichtung.

Dazu kommt eine Materialmappe: die Arbeitsergebnisse des Vormittags, die ausgefüllten Arbeitsblätter, Handouts und Formulierungshilfen, digital gebündelt.

Die Vereinbarung ist bewusst kein Sprachenkonzept und kein Kapitel Ihrer Konzeption. Sie ist eine interne Arbeitsvereinbarung — Grundlage für gemeinsames Handeln, Nachschlagewerk und Einarbeitungshilfe für neue Kolleg*innen.

Wenn Sie mehr brauchen: Auf Wunsch entwickle ich die Vereinbarung zu einer Mehrsprachigkeitsleitlinie weiter — fachlich gerahmt, eingeordnet in die Bildungsgrundsätze NRW und Ihre Konzeption, mit Formulierungen für Eltern und Träger und einem Abschnitt für die Einarbeitung neuer Kolleg*innen. Gesondert beauftragt, keine Voraussetzung.

Wann diese Fortbildung sinnvoll ist
  • Für den pädagogischen Tag oder Konzeptionstag, der zu füllen ist — das Halbtagsformat passt hinein, ohne zusätzliche Schließzeit zu erzeugen.
  • Wenn die Konzeption fortgeschrieben wird und ein Abschnitt zum Umgang mit Mehrsprachigkeit fehlt.
  • Wenn im Team unterschiedlich gehandelt wird und niemand genau sagen kann, was eigentlich gilt.
  • Wenn Elterngespräche zur Sprachentwicklung als anstrengend erlebt werden.
Anschluss an die Schwerpunkte 2026/27

Die neue Förderrichtlinie für die Sprach-Kitas setzt fünf Schwerpunkte. Diese Fortbildung arbeitet an dreien davon: Mehrsprachigkeit und Zusammenarbeit mit Eltern im Kern, alltagsintegrierte Sprachbildung in der Arbeitsweise. An den beiden anderen — Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren sowie Inklusion — arbeitet sie nicht. Dafür gibt es geeignetere Anbieter, und ich sage das lieber vorher.

Zur Umstellung ab 2027/28: Mit der am 16. Juli 2026 beschlossenen KiBiz-Reform werden Sprach-Kitas und plusKITAs zu Chancen-Kitas zusammengeführt; die Auswahl erfolgt über den Kita-Sozialindex. Für Häuser, die dabei nicht berücksichtigt werden, bleibt die mehrsprachige Elternschaft trotzdem bestehen. Was Ihr Team an Handlungssicherheit erarbeitet hat, hängt an keiner Förderlinie — eine Teamvereinbarung gilt unabhängig davon, wie die Zuordnung ausfällt.

Wie gearbeitet wird

An jeder Situation werden vier Blickwinkel durchgespielt: das Kind, die Fachkraft, die Eltern und die Leitung. Das klingt aufwendig, ist aber der kürzeste Weg — die meisten festgefahrenen Situationen lösen sich, sobald sichtbar wird, was die andere Seite eigentlich hört.

Gearbeitet wird mit realen, anonymisierten Situationen aus Ihrem Haus, mit kurzen Erprobungen und mit Reflexion. Kein Folienvortrag. Nicht bearbeitet werden laufende Einzelfälle mit identifizierbaren Kindern oder Familien, Konflikte mit namentlich benannten Personen, die Bewertung einzelner Kolleg*innen sowie Personal- und Leitungsthemen.

Typische Fragen, die wir bearbeiten
  • „Sollen die Eltern zu Hause Deutsch sprechen?" — Wie antworte ich fachlich richtig und ohne zu verletzen?
  • Wie führe ich ein Elterngespräch, wenn wenig gemeinsame Sprache da ist?
  • Wie gehe ich mit Sprachmischung im Gruppenalltag um — korrigieren, aufgreifen, ignorieren?
  • Wann ist ein Kind einfach noch am Anfang im Deutschen — und wann deuten sich spracherwerbsbezogene Schwierigkeiten an, die an eine Fachstelle gehören?
  • Wie werden Familiensprachen im Gruppenraum und im Tagesablauf sichtbar, ohne dass es nur Deko ist?
  • Wie werden wir als Team sprachfähig — statt dass jede*r es auf eigene Weise macht?
Was Handlungssicherheit bewirkt

Der Nutzen liegt zuerst beim Team. Wer weiß, was in einer Situation fachlich trägt, handelt ruhiger und muss weniger improvisieren. Von dieser Sicherheit profitieren dann auch alle anderen Beteiligten.

  • Im Team. Ein abgestimmtes Vorgehen ersetzt Einzellösungen. Wiederkehrende Situationen kosten weniger Kraft, weil nicht jede Fachkraft sie für sich neu lösen muss.
  • In Gesprächen mit Eltern. Sprachsorgen lassen sich sachlich beantworten, ohne zu verletzen. Das entlastet Gespräche, die sonst schwierig bleiben.
  • Für die Kinder. Ein Kind, das sich mit seinen Sprachen aufgehoben fühlt, ist zugänglicher. Manches, was im Alltag als Verhaltensthema ankommt, ist im Kern ein Verständigungsthema.
  • Über die Kita hinaus. Bleibt die Familiensprache selbstverständlich, bleibt auch das vertraute Gespräch mit Eltern und Großeltern erhalten. Sie wertzuschätzen steht der Sprachbildung im Deutschen nicht entgegen, sondern geht ihr voraus.
Was das Team mitnimmt
  • Handlungssicherheit für die wiederkehrenden Situationen — ein gemeinsamer Strang im Team
  • Belastbares Grundwissen zum mehrsprachigen Erwerb, kurz und ohne Linguistikseminar
  • Formulierungshilfen für die schwierigen Elterngespräche
  • Konkrete Alltagsroutinen, die ohne Zusatzzeit funktionieren
  • Klarheit darüber, wo die eigene Zuständigkeit endet und wer weiterhilft
  • Als Begleitprodukt: die schriftliche Teamvereinbarung im eigenen Wortlaut samt Materialmappe
Für wen
Kita-Teams, Familienzentren, Träger; Leitungen und pädagogische Fachkräfte gemeinsam
Format
Inhouse in Ihrer Einrichtung — Halbtag (4,5 Std.) als Regelfall; Ganztag oder Reihe möglich (nach Absprache)
Inhalt
Bedarfsabfrage vorab, kurzes Vorgespräch mit der Leitung, Durchführung, gesetzte Teamvereinbarung binnen einer Woche, Materialmappe
Arbeitsweise
Perspektivenarbeit, Fallarbeit, kurze Erprobungen, Reflexion — kein Folienvortrag
Zubuchbar
Mehrsprachigkeitsleitlinie als Ausbau der Vereinbarung · vertiefte Bedarfserhebung mit Interviews und Hospitation vorab
Für Träger
Mehrere Einrichtungen unter einer Rahmenvereinbarung, auf Wunsch mit anonymisierter Quersicht über die beteiligten Häuser
Konditionen
Angebot nach Bedarfsabfrage — Kontaktieren Sie mich
Fachliche Grundlage
  • Die Evaluation des Bundesprogramms „Sprach-Kitas" beobachtete 2018/19 die pädagogische Qualität in 107 Kitas bei 241 Fachkräften. Die sprachbezogene Arbeit fiel solide aus — die SSTEW-Subskala „Unterstützung und Förderung der Sprache und Kommunikation" lag bei M = 4,0, die sprachbezogene Raumgestaltung bei M = 4,1. Die Skala kultursensible Raumgestaltung erreichte dagegen M = 1,8. Genau in dieser Lücke setzt das Format an. Anders et al. (2021), Policy Brief 5 zur Evaluation des Bundesprogramms „Sprach-Kitas"
  • Dieselbe Studie hat die Tür- und Angelsituation am Morgen eigens erfasst — auf einer Skala von 1 (unzureichend) bis 4 (ausgezeichnet): Gesprächs- und Interaktionsbereitschaft 2,4, Kommunikationsstrategien 2,5, Verabschiedung 1,8. Die kurze Alltagskommunikation mit Eltern ist damit einer der schwächsten gemessenen Bereiche — und einer der am leichtesten veränderbaren. Anders et al. (2021), ebd.
  • Berufsbegleitende Fortbildung verbessert die beobachtete Prozessqualität bei Fachkräften mit mittlerer Effektstärke (ES = 0,68) — Meta-Analyse über 36 Studien mit 2.891 Fachkräften. Auf Kindebene fällt der Effekt in derselben Analyse deutlich kleiner aus (ES = 0,14). Fortbildung wirkt also zuerst auf die Fachkraft; alles Weitere braucht Zeit und Wiederholung. Egert, Fukkink & Eckhardt (2018), Review of Educational Research 88(3)
  • Additive Sprachförderprogramme zeigen kaum Wirksamkeitsbelege; aussichtsreich sind alltagsintegrierte, interaktionsbasierte Ansätze mit Fachkraftqualifizierung. Egert & Hopf (2016), Review deutscher Evaluationsstudien
  • Wissen allein verändert die Praxis nicht: Einstellungen der Fachkräfte prägen, ob Mehrsprachigkeit im Alltag tatsächlich berücksichtigt wird. Deshalb wird hier mit Fallarbeit und Reflexion gearbeitet, nicht mit Vortrag. Kratzmann et al. (2017), N = 127 Fachkräfte; Kratzmann & Sachse (2020), Interventionsstudie IMKi
  • Zwischen eingewanderten Eltern und Fachkräften bestehen systematische Perspektivendivergenzen, auch in der Sprachenfrage. Das ist kein Verständigungsproblem einzelner Familien — und der Grund, warum hier mit Perspektivwechsel gearbeitet wird. Tobin (2016), videobasierte Ethnographie in fünf Ländern
  • Ein ausgewogener Sprachgebrauch in der Familie hat keine negativen Effekte auf das Deutsche — das ist die belastbare Antwort auf die häufigste Elternfrage. Ertanir et al. (2018), standardisierte L1-/L2-Testung; vgl. De Houwer (2009); Grosjean (2010)
  • Wo die Forschung dünn ist, sage ich das. Eine Meta-Analyse speziell zu mehrsprachigkeitsbezogenen — statt allgemein sprachbezogenen — Fortbildungen im Elementarbereich existiert nach derzeitigem Stand nicht. Effektstärken aus Interventionsstudien lassen sich außerdem nicht ungeprüft auf eine einzelne Einrichtung übertragen. Sie zeigen, was unter welchen Bedingungen wirkt, nicht was in Ihrem Haus eintritt.
Was dieses Angebot nicht ist
kein Sprachkurs, keine Sprachdiagnostik oder Therapie, keine umfassende Organisationsberatung, kein Qualitätsaudit, keine Konfliktmoderation. Es ergänzt bestehende Eltern-Kind-Programme wie Rucksack KiTa oder Griffbereit — es ersetzt sie nicht.

Klingt das passend für Ihr Haus? Ein kurzes, unverbindliches Erstgespräch klärt in rund 20 Minuten, ob es passt.

Die Vorlagen öffnen Ihr E-Mail-Programm mit fertigem Text — Sie ergänzen nur Einrichtung, Name und Telefon.


B
Dozentur & Lehre

Deutsch, Kommunikation und berufliche Integration — als Dozent und Trainer

Einsatz in bestehenden Bildungs-, Integrations- und Qualifizierungsstrukturen — oder Durchführung klar umrissener eigener Module. Für Bildungsträger, Sprachkursträger, Volkshochschulen, Hochschulen und Maßnahmenträger.

Einsatzfelder
  • Deutsch als Fremd- und Zweitsprache — Niveaustufen A1–C1, Integrations- und Berufssprachkurse, Prüfungsvorbereitung (DTZ, DSH, TestDaF, telc)
  • Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz — für Teams, Verwaltungen und Fachkräfte mit Publikumskontakt
  • Schreibberatung und professionelles Schreiben — berufliche Korrespondenz, Textarbeit, wissenschaftliches Arbeiten
  • Diskursfähigkeit, Argumentieren und Gesprächsführung
  • Bewerbung und berufliche Kommunikation — ergänzend in Maßnahmen der Arbeitsmarktintegration
Was Auftraggeber bekommen
  • Eine BAMF-zugelassene Lehrkraft mit Master DaF/DaZ und Hochschullehrerfahrung
  • Curriculum- und Materialentwicklung auf Wunsch — nicht nur Durchführung
  • Erfahrung mit heterogenen Lerngruppen und digitalen Lehrformaten
  • Verlässliche Dokumentation und Absprachefähigkeit im Trägerbetrieb
Für wen
Bildungs- und Sprachkursträger, Volkshochschulen, Hochschulen, Maßnahmen- und Projektträger, Jobcenter-nahe Strukturen
Format
Honorartätigkeit, Projektmitarbeit oder abgegrenzte Einzelmodule — Beschäftigungsmodelle grundsätzlich offen
Einsatzradius
Präsenz bis ca. 150 km um Paderborn; geeignete Formate auch remote
Qualifikation
Master DaF/DaZ · Bachelor Translation · BAMF-Zulassung · DAAD-Lektorate · Studienkolleg- und Hochschullehre
Konditionen
Nach Umfang und Vorbereitungsaufwand — Kontaktieren Sie mich
Fachliche Grundlage
  • Sprachliche Bildung wird als durchgängige Aufgabe entlang der Bildungsbiografie konzipiert — nicht als isolierter Kurs. Das prägt den Aufbau meiner Module. Gogolin & Lange (2011), Bildungssprache und Durchgängige Sprachbildung
  • Bildungssprachliche Mittel — etwa Konnektoren und akademischer Wortschatz — erschweren das Verstehen messbar und benachteiligen Lernende mit Zweitsprache Deutsch systematisch. Sie werden deshalb explizit zum Unterrichtsgegenstand gemacht, statt vorausgesetzt. Heppt (2015); Schuth et al. (2017); Heppt & Stanat (2020), Längsschnitt
  • Fortbildungen zu bildungssprachlichem Unterricht wirken — mit identifizierbaren Gelingensmerkmalen, die in die Modulgestaltung einfließen. Kalinowski et al. (2019), systematisches Review, k = 38 Studien
  • Der Zusammenhang von Sprache und Fachlernen ist belegt: Lesekompetenz prognostiziert die Entwicklung in anderen Fächern — auch unter Kontrolle von Sozialstatus und kognitiven Fähigkeiten. Paetsch et al. (2016), Längsschnitt ELEMENT, N = 3.169
Abgrenzung
keine Anerkennungs-, Aufenthalts- oder Sozialleistungsberatung, keine Arbeitsvermittlung.

C
Coaching & Beratung

Wege finden, Perspektiven eröffnen

Zwei klar umrissene Beratungsformate: Orientierung im deutschen Bildungs- und Arbeitssystem für Menschen mit internationaler Biografie — und Mehrsprachigkeitsberatung für Familien.

Berufs- und Bildungsberatung
  • Klärung von Bildungswegen, beruflichen Zielen und realistischen nächsten Schritten
  • Kompetenzklärung: Was bringen Sie mit — und wie benennt man das hier?
  • Bewerbungscoaching: Unterlagen, Selbstdarstellung, Vorstellungsgespräch
  • Sprachlich, biografisch und institutionell sensibel — auch dort, wo Zeugnisse und Erfahrungen nicht ins deutsche Raster passen
Mehrsprachigkeitsberatung für Familien
  • Welche Sprache wann und mit wem — was ist belegt, was ist Mythos?
  • Einordnung von Sorgen um die Sprachentwicklung — mit klarer Grenze zur Diagnostik
  • Alltagstaugliche Handlungsoptionen statt allgemeiner Empfehlungen
  • Für Einrichtungen ist die Kita-Teamfortbildung der passende Weg — sie arbeitet mit dem ganzen Team statt im Einzelsetting
In Entwicklung — noch nicht buchbar

Ausbildungsbrücken. Jugendliche mit Migrationsgeschichte und ausbildende Betriebe zusammenbringen: die Inhalte des ersten Ausbildungsjahres mit gezielter Sprachbildung verzahnen, damit die Jugendlichen an der regulären dualen Ausbildung teilhaben können statt in Warteschleifen zu landen.

Das Feld wird derzeit ausgelotet — es gibt dazu kein Angebot und keinen Preis. Wenn Sie als Betrieb, Kammer, Berufskolleg oder Träger in diesem Bereich arbeiten, spreche ich gern darüber. Daraus wird zunächst ein Gespräch, kein Auftrag.

Für wen
Einzelpersonen mit Migrations- oder internationaler Bildungsbiografie; Eltern; Kitas, Schulen und Einrichtungen als Auftraggeber
Format
Einzel- oder Kleingruppensetting, auch als Beratungsreihe; Präsenz oder online
Auftragslage
Direktbuchung durch Einrichtungen ebenso möglich wie Einsatz im Rahmen bestehender Maßnahmen
Konditionen
Nach Umfang und Setting — Kontaktieren Sie mich
Fachliche Grundlage
  • Die Entwicklung mehrsprachiger Kinder ist heterogen und kontextabhängig; einsprachige Vergleichsmaßstäbe führen systematisch in die Irre. Beratung arbeitet daher mit kontextsensibler Einschätzung, nicht mit Normwerten. Paradis (2023), integratives Review; Grosjean (2010)
  • Doppelter Erstspracherwerb ist ein regelhafter Erwerbstyp, keine Belastung — die „Sprachverwirrung" ist wissenschaftlich entkräftet. De Houwer (2009), Bilingual First Language Acquisition
  • Aufgeteilter Input verlangsamt den Erwerb der Einzelsprache, ohne ein Entwicklungsrisiko darzustellen — das erlaubt realistische statt beunruhigende Erwartungen. Hoff (2018), Forschungssynthese
  • Zwischen eingewanderten Eltern und Fachkräften bestehen systematische Perspektivendivergenzen, auch in der Sprachenfrage. Beratung heißt hier: übersetzen, nicht überzeugen. Tobin (2016), videobasierte Ethnographie in fünf Ländern
Klare Grenzen
keine Rechts-, Anerkennungs- oder Sozialleistungsberatung, keine Arbeitsvermittlung, keine Sprachdiagnostik und keine Therapie. Wo diese Bedarfe auftreten, verweise ich an die zuständigen Stellen weiter. Was unter „In Entwicklung" steht, ist ausdrücklich noch kein Angebot — buchbar ist, was darüber steht.

D
Workshops & Seminare

Kommunikation, die im Beruf trägt

Abgegrenzte Trainingsformate für Teams und Gruppen — mit Übungen, Simulationen und Fallarbeit statt Folienvortrag. Buchbar einzeln oder als aufeinander aufbauende Reihe.

Verfügbare Module
  • Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz — jenseits von Länderklischees: Was passiert in der konkreten Situation, und was kann ich tun?
  • Professionelle Korrespondenz — Schreiben an Institutionen, Kund*innen und Kooperationspartner: klar, korrekt, angemessen
  • Schreibtraining für den Beruf — von der Gliederung bis zur verständlichen Formulierung
  • Argumentieren und kontroverse Gesprächsführung — Position beziehen, Gegenargumente aushalten, sachlich bleiben
  • Bewerbungstraining — als Gruppenformat für Maßnahmen und Kurse
In Entwicklung
  • Mehrsprachige Erziehung in der Praxis — Elternformat
  • Vertiefte Kommunikationsberatung für Teams und Institutionen
  • Medienpädagogik in der frühen Bildung — erst nach abgeschlossener Fach- und Marktprüfung
Für wen
Teams in Verwaltung, Bildung, Sozialwesen und Unternehmen; Kursgruppen bei Bildungsträgern
Format
Halbtag, Tag oder Reihe; Präsenz oder online; Gruppengröße nach Absprache
Arbeitsweise
Fallarbeit aus Ihrem Alltag, Simulationen, strukturiertes Feedback, Transferhilfen zum Mitnehmen
Konditionen
Nach Format und Individualisierungsgrad — Kontaktieren Sie mich
Fachliche Grundlage
  • Argumentationstraining wirkt — strukturierte Dialogformate verbessern die Argumentationsqualität messbar, während reine Wissensvermittlung ohne Effekt bleibt (d = 0,39 auf Argumentationsqualität, d = 0,00 auf Wissenserwerb). Deshalb wird trainiert, nicht doziert. Mok & Hetmanek (2017), Metaanalyse; Iordanou & Rapanta (2021)
  • Ein systematisches Review von 143 Studien hat die wirksamkeitsrelevanten Gestaltungsmerkmale von Argumentationsförderung herausgearbeitet — sie bilden das Gerüst des Moduls. Rapanta & Felton (2022)
  • Der Umgang mit Gegenevidenz ist die durchgängige Schwachstelle argumentativer Kompetenz — über die gesamte Lebensspanne. Das Training setzt genau dort an. Kuhn (1991); Felton & Kuhn (2001)
  • Strategiebasierte Schreibinstruktion zeigt signifikante Effekte — Schreibtraining wirkt, wenn es Strategien vermittelt statt Regeln abzufragen. Graham et al. (2023), Metaanalyse; Yang (2022), Toulmin-Scaffolding im L2-Kontext
Hinweis
Module in Entwicklung werden erst angeboten, wenn Fach- und Kompetenzprüfung abgeschlossen sind. Was hier steht, ist buchbar.

Arbeitsweise

Wie gearbeitet wird — in allen vier Feldern

Bedarf vor Inhalt

Jedes Format beginnt mit einer strukturierten Bedarfserhebung. Die Beispiele, an denen gearbeitet wird, stammen aus Ihrem Alltag — nicht aus einem Standardfoliensatz.

Fallbasiert und handlungsorientiert

Kasuistische Arbeit, Simulationen und Übungen mit Feedback. Die Forschung ist an diesem Punkt eindeutig: Haltungen und Praxis ändern sich durch Erfahrung und Reflexion, nicht durch Information allein.

Transfer mitgedacht

Praxistaugliche Handreichungen und Transferinstrumente gehören zum Format. Auf Wunsch mit Rückmeldebogen nach vier bis sechs Wochen — damit sichtbar wird, was tatsächlich ankommt.

Evidenzinformiert, mit offenen Grenzen

Was belegt ist, wird belegt. Was Erfahrungswissen ist, wird als solches benannt. Wo die Forschung uneins ist, erfahren Sie das — statt einer Scheinsicherheit.

Intensität statt Impuls

Meta-analytisch gilt ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang: Einmalige Impulsvorträge verändern wenig. Deshalb werden längere Formate und Reihen empfohlen, wo das Ziel echte Veränderung ist.

Klare Abgrenzung

Keine Rechtsberatung, keine Therapie, keine Diagnostik, keine Arbeitsvermittlung, keine umfassende Organisationsberatung. Klare Grenzen schaffen verlässliche Zusammenarbeit.

Ablauf

Von der Anfrage zum Termin

Anfrage

Kurze Nachricht per E-Mail oder Telefon — ein, zwei Sätze zum Anlass genügen.

Bedarfsabfrage

Sie erhalten einen kompakten Fragebogen. Er kostet zehn Minuten und entscheidet über die Passung.

Angebot

Konkreter Vorschlag zu Inhalt, Format, Dauer und Konditionen — verbindlich und ohne Kleingedrucktes.

Durchführung

Termin vor Ort oder online, inklusive Transfermaterial. Auf Wunsch mit Rückmeldung nach einigen Wochen.

Transparenz

Wie ich mit Forschung umgehe

Die auf dieser Seite genannten Befunde stammen aus begutachteten Studien, Meta-Analysen und systematischen Reviews. Sie sind bewusst so zitiert, dass Sie sie nachprüfen können.

Zugleich gilt: Effektstärken aus Interventionsstudien lassen sich nicht ungeprüft auf eine einzelne Einrichtung übertragen. Sie zeigen, was unter welchen Bedingungen wirkt — nicht, was in Ihrem Haus garantiert eintritt. Und in einem Punkt ist die Forschungslage ausdrücklich dünn: Eine Meta-Analyse speziell zu mehrsprachigkeitsbezogenen (statt allgemein sprachbezogenen) Fortbildungen im Elementarbereich existiert nach derzeitigem Stand nicht. Wo ich mich auf verwandte Evidenz stütze, sage ich das.

Diese Offenlegung ist Teil des Qualitätsversprechens — nicht eine Einschränkung davon.

Anders, Y. et al. (2021). Evaluation des Bundesprogramms „Sprach-Kitas", Policy Brief 5.

De Houwer, A. (2009). Bilingual First Language Acquisition. Multilingual Matters.

Egert, F. & Hopf, M. (2016). Zur Wirksamkeit von Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen. Kindheit und Entwicklung, 25(3), 153–163.

Egert, F., Fukkink, R. & Eckhardt, A. (2018). Impact of In-Service Professional Development Programs. Review of Educational Research, 88(3), 401–433.

Ertanir, B. et al. (2018). Dual language competencies of Turkish–German children. Frühe Bildung / IMKi.

Felton, M. & Kuhn, D. (2001). The Development of Argumentive Discourse Skills. Discourse Processes.

Gogolin, I. & Lange, I. (2011). Bildungssprache und Durchgängige Sprachbildung.

Graham, S. et al. (2023). Writing Instruction Meta-Analysis, Grades 6–12.

Grosjean, F. (2010). Bilingual: Life and Reality. Harvard University Press.

Heppt, B. (2015). Verstehen bildungssprachlicher Texte. Reading Research Quarterly.

Heppt, B. & Stanat, P. (2020). Development of academic language comprehension, Grades 2–4.

Hoff, E. (2018). Bilingual development in children of immigrant families. Child Development Perspectives.

Iordanou, K. & Rapanta, C. (2021). „Argue with Me": A Method for Developing Argument Skills.

Kalinowski, E. et al. (2019). Professional development on academic language: systematic review, k = 38.

Kratzmann, J. et al. (2017). Einstellungen pädagogischer Fachkräfte zur Mehrsprachigkeit. ZfE, 20(2), 237–258.

Kratzmann, J. & Sachse, S. (2020). Professionalisierung zur Integration von Mehrsprachigkeit (IMKi).

Kuhn, D. (1991). The Skills of Argument. Cambridge University Press.

Mok, S. & Hetmanek, A. (2017). Computerbasiertes Argumentationstraining: Metaanalyse.

Paetsch, J. et al. (2016). Sprachkompetenz als Prädiktor mathematischer Kompetenzentwicklung. ELEMENT, N = 3.169.

Paradis, J. (2023). Sources of individual differences in dual language development. Journal of Child Language.

Rapanta, C. & Felton, M. (2022). Learning to Argue: systematisches Review, N = 143 Studien.

Schuth, E. et al. (2017). The influence of academic vocabulary knowledge on school performance.

Tobin, J. (Hrsg.) (2016). Preschool and Im/migrants in Five Countries.

Yang, W. (2022). Scaffolding L2 argumentation with the Toulmin model.

Passt eines der Formate zu Ihrem Bedarf?

Am schnellsten klärt sich das im Gespräch. Eine kurze Nachricht mit dem Anlass genügt — den Rest strukturiere ich.